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Der Neusiedlersee (ungar. Fertö-tö) ist einer der größten Steppenseen Europas, dessen Einfluss den nördlichen Teil des Burgenlandes seit jeher prägt. Das Weinbaugebiet NEUSIEDLERSEE DAC spannt sich dabei von den Hügeln des Wagram an der Nordspitze des Sees über das östliche Schutzgebiet Waasen (ungar. Hanság) bis in die südlichen, flachen Weiten des Seewinkels. Mit gut 7.800 Hektar ist das Gebiet international vergleichsweise klein, bietet jedoch eine große Vielfalt und hohe Diversität. Weite Strecken des Weinbaugebiets sind dabei Bestandteil oder Schutzzonen des Nationalparks Neusiedlersee-Seewinkel. 2001 nahm die UNESCO dieses Gebiet in ihre Liste der Welterbe-Regionen auf.


Außergewöhnlich und von universellem Wert
– UNESCO Welterbe-Region Neusiedlersee.
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klima

Das gleichnamige DAC-Gebiet liegt in der pannonischen Klimazone und ist charakterisiert durch heiße, trockene Sommer und gemäßigte, schneearme Winter. Keine Region Österreichs weist mehr Sonnentage auf, was den Trauben eine unverwechselbare Kraft und Fruchttiefe gibt und Rotweine von internationalem Format entstehen lässt. Der Neusiedlersee übernimmt dabei die wichtige Funktion des zentralen Klimaregulators. Im Sommer heizt sich seine große Wasserfläche auf und gibt nachts die gespeicherte Wärme langsam an die Umgebung wieder ab. Diese leichte nächtliche Abkühlung fördert die Ausbildung einer kühlen Traubenfrucht und erhält die feingliedrige Säure, die diese Weine auszeichnet. Von prägender Bedeutung ist der See auch für die weltweit so einzigartigen Prädikatsweine aus dieser Region.


Kostbare Weine – von den Besonderheiten
ihrer Herkunft geprägt.


ANDAU APETLON GOLS
HALBTURN ILLMITZ MÖNCHHOF
NEUSIEDL AM SEE PODERSDORF
AM SEE ST. ANDRÄ AM ZICKSEE
TADTEN WALLERN WEIDEN AM
SEE FRAUENKIRCHEN

Die vielen Facetten der Region
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Quelle: Jakob Michael Perschy: Sprechen Sie Burgenländisch?
Ein Sprachführer für Einheimische und Zugereiste. Ueberreuter, Wien 2004
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geschichte
Erste urkundliche Erwähnung des heutigen Neusiedlersees unter der ungarischen Bezeichnung Stagnum Ferteu.
1074
Letzte Austrocknung des Neusiedlersees, Nutzung als landwirtschaftliche Anbaufläche (Reis), Errichtung von Fahrwegen zwischen den Seegemeinden (u.a. von Illmitz quer über den See nach Mörbisch).
1867-1870
Baubeginn des Einserkanals zum Zwecke der Trockenlegung des Neusiedlersees (Fertigstellung: 1909). Ständige Verschlammung und Verlandung verhindern dieses Vorhaben. Weitere geplante Kanäle, deren Namen Zweierkanal, Dreierkanal und so weiter lauten sollten werden daher nicht in die Tat umgesetzt.
1895
Einberufung einer Konferenz der „Seeinteressenten“ unter Nikolaus IV. Fürst Esterházy und Gründung einer „Seeregulierungsgesellschaft“ mit dem Ziel der vollständigen Trockenlegung zum Zwecke der Landwirtschaft. Das Vorhaben scheitert aufgrund des Endes der K.u.K. Monarchie bzw. des Anschlusses des Burgenlandes an Österreich.
1918
Erfolgreiche Kreuzung der beiden Sorten Blaufränkisch x St. Laurent unter dem Namen Rotburger (Wortkombination der Farbe Rot und der Herkunft Klosterneuburg; 1975 Umbenennung in Zweigelt). Heute die meistangebaute Rotweinrebsorte in Österreich mit einer besonders hohen Verbreitung im Weinbaugebiet Neusiedlersee.
1922
Größte dokumentierte Ausdehnung des Neusiedlersees. Straßennahmen wie die Seeufergasse in Apetlon zeigen noch heute, wie weit sich der See damals ins Landesinnere ausdehnen konnte.
1941
Entdeckung eines unterirdischen Mineralwassersees im Gebiet mit dem größten Mineralwasservorkommen Europas auf einer Fläche von 250 km2.
1955
Gründung des Nationalparks Neusiedlersee-Seewinkel und Zusammenschluss mit dem Nationalpark Fertö-Hanság (Ungarn) zum ersten grenzüberschreitenden Nationalpark Österreichs.
1993
Das Gebiet rund um den Neusiedlersee wird als Landschaft „von außergewöhnlichem und universellem Wert“ zur UNESCO-Welterbe-Region erklärt.
2001
NEUSIEDLERSEE DAC steht fortan – gesetzlich verankert – für von Besonderheiten und Einzigartigkeiten dieser Region geprägten Rotwein der Rebsorte Zweigelt.
2012